Theater

Die leuchten in der Nacht

Das Theaterstück „Die leuchten in der Nacht“ von Gerhard Meister, kam als eine Produktion von „Theater Marie“, kam 2010 in verschiedenen Schweizer Städten zur Aufführung. Gezeigt wird darin die Schweiz vierzig Jahre nach einem Super-GAU. Auszüge aus dem Programmheft:

Es gibt einen einzigen politischen Entscheid, mit dem die Zerstörung des ganzen Landes bewusst in Kauf genommen wird, den Entscheid, Atomkraftwerke zu betreiben oder neue zu bauen.

Doch Tschernobyl ist lange her, ein Super-GAU hat sich seither nicht wiederholt*, der Klimawandel hat der Atomindustrie einen scheinbar unschlagbaren Joker in die Hand gespielt, Deutschland probt den Ausstieg aus dem Ausstieg, die Gesuche für den Bau neuer AKWs in der Schweiz sind beim Bundesrat hinterlegt worden, selbst in Weissrussland, das zu einem Viertel verstrahlt ist, gibt es Pläne für ein neues Atomkraftwerk. So sieht die Lage in Sachen Kernenergie aus. Aber die Atomkraft ist ihre beiden monströsen Pferdefüsse nicht losgeworden. Noch immer würde keine Versicherung der Welt den Super-GAU versichern, noch immer gibt es für radioaktive Abfälle nirgends ein Endlager. Besonders beunruhigend sind die Bemühungen der Atomindustrie, die Betriebsfisten für schon bestehende Werke um Jahrzehnte zu verlängern. Niemand behauptet, dass Atomkraftwerke sicherer werden, indem sie altern. Aber eben: amortisierte Atomkraftwerke sind für die Elektrokonzerne regelrechte Geldschleudern mit Gewinnen von einer Million Franken pro Tag.

Das Stück wurde am 12. November 2010 von Radio SRF DRS 1 als Hörspiel gesendet.

*Der Text wurde vor Fukushima geschrieben.

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